Über das Projekt

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Was wären die Nachkriegsdeutschen einst ohne das Fernsehen gewesen? Oder gar geworden?

Wie kein anderes Massenmedium prägte die Television mit ihrer innovativen Kombination von Fakten und Fiktionen die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts.

Auf der bundesdeutschen Seite, im öffentlich-rechtlichen Nachkriegsfernsehen, setzte Wolfgang Menge über fünf Jahrzehnte hinweg mit kreativen und zugleich populären Fernsehspiel-Experimenten Meilensteine der TV-Geschichte. Nach seinen rund 70 Drehbüchern entstanden u. a.:

  • populäre Kriminalfilme wie die semi-dokumentarische Stahlnetz-Krimiserie (1958-1968) und mehrere frühe Tatort-Krimis (1971-1974);
  • wegweisende faktionale Experimente wie Fragestunde (1969), Die Dubrow-Krise (1969), Millionenspiel (1970), Smog (1973), Grüß Gott, ich komm von drüben (1978), Ein Mann von gestern (1980);
  • innovative historische TV-Spiele wie Was wären wir ohne uns (1979), So lebten sie alle Tage (1984), Reichshauptstadt privat (1987) und Ende der Unschuld(1991);
  • ungemein populäre Radikalisierungen der Familienserie wie Ein Herz und eine Seele (1973-76) und Motzki (1993).
mengefernsehpreis

Wolfgang Menge 2002 bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises, Ehrenpreis der Stifter für sein Lebenswerk (Quelle: wdr.de)

Als Talkshow-Gastgeber wurde Menge darüber hinaus zu einem der prominentesten Köpfe des Fernsehens und als Verfasser auch von Hörspielen, Theaterstücken und Kinofilmen, Romanen und Sachbüchern erprobte er transmediales Schreiben.

Am 17. Oktober 2012 starb Wolfgang Menge 88jährig in Berlin, am 25. Oktober wurde er auf dem Berliner Waldfriedhof beigesetzt. (Die Ansprache, die Gundolf S. Freyermuth dabei hielt, ist hier dokumentiert.)

Anderthalb Jahre später, am 10. April 2014, dem 90. Geburtstag des Autors und Fernsehpioniers, luden das Cologne Game Lab (CGL) und die ifs internationale filmschule köln zu einer eintägigen – von der Film und Medien Stiftung NRW geförderten – Forschungskonferenz ein. Sie brachte wissenschaftliche Experten und künstlerische Weggefährten zusammen. (Informationen dazu finden sich hier und hier.)

Die Forschungskonferenz bildete den Ausgangspunkt und Nukleus des vorliegenden Bandes. Er verbindet auf 772 Seiten kritische mit dokumentarischen Perspektiven:

  • Auf die Darstellung von Leben und Werk im ersten Teil folgen
  • im zweiten Teil Analysen des vielfältigem Schaffens.
  • Der dritte Teil schließlich versammelt Gespräche mit und Zeugnisse von Weggefährten sowie eine Vielzahl historischer Schlüsseltexte über und von Wolfgang Menge.

Denn mit der Absicht, Wolfgang Menges Leben und Arbeiten zu dokumentieren und sein Werk kritisch zu würdigen, verbindet sich notwendig eine umfassendere historische Erzählung: die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in der Bundesrepublik Deutschland.

Erhältlich ist der Band in mehreren Ausgaben:  – im Druck oder als PDF, beides bei transcript erschienen, als Kindle-E-Buch bei Amazon oder als Epub-E-Buch, etwa bei AppleHugendubel oder Kobo.

Auf dieser Website finden Sie neben dem Inhaltsverzeichnis der Druckausgabe und den Biographien aller Autorinnen und Autoren auch ausgewählte LESEPROBEN sowie News – Rezensionen und Hinweise auf Veranstaltungen zu Wolfgang Menge.